Herausforderung
Die industrielle Bildverarbeitung ist ein zentraler Bestandteil moderner Produktionsprozesse und ermöglicht automatisierte Qualitätsprüfungen in Branchen wie Automobil-, Halbleiter-, Lebensmittel- und Verpackungsindustrie. Der etablierte Ansatz basiert auf festen Rahmenbedingungen: Prüfstationen sind exakt auf bekannte Bauteile und definierte Posen ausgelegt, um stabile und reproduzierbare Aufnahmebedingungen sicherzustellen.
Dieser Ansatz ist jedoch anfällig für Störungen. Fremdlicht, variierende Oberflächeneigenschaften oder verdeckte Bauteile können die Bildaufnahme beeinträchtigen und zu fehlerhaften Prüfergebnissen führen. In der Folge bleiben Qualitätsmängel unentdeckt oder es kommt zu unnötigen Ausschleusungen. Eine adaptive Reaktion auf solche Störeinflüsse ist in bestehenden Systemen nicht vorgesehen.
Projektziel
Ziel des Forschungsprojekts ist die Entwicklung einer Methode der »reaktiven Bildverarbeitung«, die Bildverarbeitungssysteme in Kombination mit Robotertechnik befähigt, aktiv auf Störungen zu reagieren. Analog zur menschlichen Wahrnehmung soll das System Objekte durch gezielte Anpassung von Perspektive und Beleuchtung aus unterschiedlichen Blickwinkeln analysieren.
Im Fokus stehen dabei folgende Entwicklungsschwerpunkte:
- Entwicklung eines Systems zur automatischen Erkennung von Störeinflüssen während der Bildaufnahme
- Implementierung adaptiver Strategien zur Anpassung von Kameraposition und Beleuchtung
Fraunhofer-Institut für Werkzeugmaschinen und Umformtechnik IWU