Das SEAM-Verfahren (Screw Extrusion Additive Manufacturing) ist ein additiver Fertigungsprozess, bei dem Kunststoffgranulat direkt über einen Schneckenextruder verarbeitet wird. Das Verfahren eignet sich insbesondere für großformatige Kunststoffbauteile im Prototypen- und Kleinserienbereich.
Am Fraunhofer IWU werden damit Prototypen und Funktionsmuster mit Bauteilgrößen bis 700 × 1.000 × 400 mm gefertigt. Hierfür steht die Forschungsanlage SEAMHex2 zur Verfügung.
SEAM verarbeitet Kunststoff als Granulat und nicht als Filament. Dies eliminiert den Zwischenschritt der Filamentherstellung und erlaubt die Nutzung von Standard-Spritzgussmaterialien.
Dadurch eignet sich das Verfahren insbesondere für Anwendungen, bei denen eine hohe Austragsleistung und die wirtschaftliche Verarbeitung von Kunststoffmaterialien relevant sind. Das am Fraunhofer IWU entwickelte SEAM-Verfahren nutzt eine Extrusionsschnecke, um Kunststoffgranulat zu plastifizieren und schichtweise aufzutragen.
Merkmal |
SEAM-Verfahren (Granulat) |
Konventioneller FFF-Druck (Filament) |
Materialform |
Kunststoff-Granulat (Pellets) |
Aufgewickelter Filament-Strang |
Materialkosten |
Niedrig (Industriestandard Granulat) |
Hoch (Spezialfilamente) |
Austragsleistung |
Hoch (bis zu 10 kg/h möglich) |
Gering (typisch 0,5–1 kg/h) |
Bauteilgröße |
Großformatig (bis 1 m Kantenlänge) |
kleiner als 0,5 m |
Verstärkung |
Faserzusätze direkt im Granulat möglich |
nur durch zusätzliches Supportmaterial |
Das Fraunhofer IWU bietet im Rahmen von Forschungs- und Entwicklungsprojekten die Umsetzung von SEAM-Bauteilen bis zur Funktionsmuster-Reife an.
Leistungsumfang
Das Verfahren adressiert Branchen, die große, kosteneffiziente Kunststoffstrukturen in kurzen Zyklen benötigen.
Das Projekt läuft typischerweise in folgenden Schritten ab:
Sie möchten prüfen, ob sich ein Bauteil für die Fertigung im SEAM-Verfahren eignet? Gemeinsam mit dem Fraunhofer IWU können Sie die Anforderungen und die grundsätzliche technische Umsetzbarkeit Ihres Bauteils bewerten.
Sprechen Sie uns an – wir prüfen gemeinsam mit Ihnen die Möglichkeiten der additiven Fertigung Ihres Bauteils im SEAM-Verfahren.