Eine Machbarkeitsuntersuchung für 2D- und 3D-Bildverarbeitung zeigt, ob sich industrielle Kamerasysteme für die automatisierte Prüfung, Erkennung und Lokalisierung von Merkmalen an Bauteilen und in Produktionsprozessen eignen. Das Fraunhofer IWU untersucht dafür Ihre Bauteile und Prozessanforderungen mit unterschiedlichen 2D- und 3D-Bildverarbeitungslösungen und bewertet deren Eignung für den vorgesehenen Anwendungsfall.
Kurz zusammengefasst
Bei einer Machbarkeitsuntersuchung werden unter anderem folgende Fragen beantwortet:
Industrielle Bildverarbeitung ermöglicht die automatisierte Erfassung und Bewertung sichtbarer Merkmale von Bauteilen und Produkten. Typische Prüfaufgaben sind:
Ob eine konkrete Prüfaufgabe automatisiert werden kann, hängt unter anderem vom Prüfmerkmal, Bauteil, Oberflächenzustand, Kontrast, Beleuchtung, Taktzeit und den geforderten Erkennungseigenschaften ab.
Die Untersuchung basiert auf den konkreten Bauteilen und Prozessanforderungen des Anwendungsfalls. Typischerweise werden folgende Faktoren betrachtet:
| Anforderungen | Bedeutung für die Untersuchung |
|---|---|
| Zu erkennende Fehler und Merkmale | Welche Abweichungen oder Eigenschaften müssen erkannt werden? |
| Fehler- und Erkennungsanforderungen | Welche Prüfanforderungen bestehen an die spätere Anwendung? |
| Taktzeit | Wie viel Zeit steht für Aufnahme und Auswertung eines Bauteils zur Verfügung? |
| Bauteilgeometrie | Welche Konturen, Höhen und räumlichen Eigenschaften müssen erfasst werden? |
| Oberflächenbeschaffenheit | Wie beeinflussen Oberfläche, Reflexionen oder Kontraste die Bildaufnahme? |
| Gut- und Ausschussteile | Welche Referenzteile stehen für die Erprobung zur Verfügung? |
| Produktionsumgebung | Welche Anforderungen ergeben sich aus der späteren Integration in den Prozess? |
Das Ergebnis ist eine technische Einschätzung, welche untersuchten Bildverarbeitungslösungen für den konkreten Anwendungsfall infrage kommen und wo ihre technischen Grenzen liegen.
Die Auswahl der Bildverarbeitungstechnik richtet sich nach dem Merkmal, das geprüft werden soll.
| Technologie | Typische Prüfaufgaben |
|---|---|
| 2D-Industriekameras (Farbe, Schwarz-Weiß) | Prüfung von Merkmalen, Oberflächen, Zeichen und Codes; Kontrastbasierte Merkmals- und Fehlererkennung |
| 3D- und Laserlinienkameras | Erfassung von Geometrie, Höhen und räumlichen Merkmalen; 3D-Erfassung von Konturen und Oberflächen |
| Farbkameras | Unterscheidung und Prüfung anhand von Farbmerkmalen |
| Unterschiedliche Beleuchtungssysteme | Optimierung der Sichtbarkeit relevanter Merkmale |
| Bildverarbeitungssoftware (HALCON, Cognex In-Sight, OpenCV) | Auswertung und Klassifikation der aufgenommenen Bilddaten |
Eine Machbarkeitsuntersuchung kann dazu dienen, verschiedene technische Ansätze unter vergleichbaren Bedingungen zu erproben und ihre Eignung für die konkrete Prüfaufgabe zu bewerten.
Die Untersuchung erfolgt typischerweise in folgenden Schritten:
Die Machbarkeitsuntersuchung liefert eine technische Entscheidungsgrundlage für die weitere Umsetzung. Das Ergebnis kann unter anderem umfassen:
Damit lässt sich die Frage beantworten, welche technische Lösung für die weitere Implementierung untersucht beziehungsweise eingesetzt werden kann.
| Komponente | Details |
|---|---|
| Dauer | 2–3 Werktage am Fraunhofer IWU |
| Testobjekte | Gut- und Ausschussteile (Kundenmaterial) |
| Kameratechnik | 2D/3D-Industriekameras, Laserlinien-Profilscanner, Farb-/SW-Kameras |
| Beleuchtung | variable Beleuchtungskonzepte |
| Software | Halcon, Cognex InSight, OpenCV (versionierte Bibliotheken) |
| Ergebnis | Kurzbericht, Hardware-/Software-Empfehlung, Codebeispiele |
| Kosten | Keine Vorabinvestition in Hardware; Projektpreis auf Anfrage |
Das Angebot richtet sich insbesondere an Unternehmen aus dem produzierenden Gewerbe, die prüfen möchten, ob sich eine visuelle Prüf-, Erkennungs- oder Lokalisierungsaufgabe mit 2D- oder 3D-Bildverarbeitung automatisieren lässt.
Eine Untersuchung ist insbesondere dann relevant, wenn noch offen ist: