FlexiDraw ist ein Forschungsprojekt zur Entwicklung eines matrizenlosen Drahtziehverfahrens, das Drahtdurchmesser während des laufenden Produktionsprozesses durch lokale Erwärmung und KI-geregelte Zugbelastung anpasst. Das Verfahren ermöglicht variable Drahtprofile ohne Werkzeugwechsel, Schmierstoffe oder nachträgliche Zerspanung.
Moderne Anwendungen in der Automobilindustrie, Elektronikindustrie und Medizintechnik benötigen zunehmend Drähte mit variablen Durchmessern und komplexen Längenprofilen. Beispiele sind:
Bei variablen Drahtprofilen führt dies zu:
Mit der steigenden Nachfrage nach kundenspezifischen Bauteilen wächst daher der Bedarf an Verfahren, die variable Drahtprofile effizient und ohne Werkzeugwechsel herstellen können.
Das FlexiDraw-Verfahren verzichtet vollständig auf konventionelle Ziehmatrizen. Stattdessen erfolgt die Umformung durch lokale Erwärmung und gezielte Zugbelastung des Drahtes. Dadurch kann der Drahtdurchmesser stufenlos und in Echtzeit über die gesamte Drahtlänge um bis zu 20 Prozent verändert werden – ohne Matrizen und ohne Schmierstoff.
Technische Merkmale
| Merkmal | FlexiDraw |
|---|---|
| Ziehmatrize | nicht erforderlich |
| Schmierstoffe | nicht erforderlich |
| Durchmesseranpassung | stufenlos |
| Prozesssteuerung | KI-basiert |
| Prozessmodell | Finite-Elemente-Modell (Digitaler Zwilling) |
| Regelung | Echtzeitfähig |
| Profiländerung | während der Produktion |
Das zentrale Innovationsmerkmal von FlexiDraw ist die Kopplung eines Digitalen Zwillings (Finite-Elemente-Modell) mit echtzeitfähigen, KI-basierten Regelalgorithmen in einer industrietauglichen Steuerungsarchitektur. Der Digitale Zwilling berechnet das Materialverhalten in der Umformzone. Die KI nutzt diese Vorhersagen, um Prozessparameter wie Zugkraft und Temperatur dynamisch anzupassen. Dadurch können variable Drahtgeometrien reproduzierbar hergestellt werden.
Der funktionsfähige Laborprototyp soll die technische Machbarkeit des Verfahrens unter praxisnahen Bedingungen nachweisen. FlexiDraw hebt die Technologie von TRL 2 (Technologiekonzept) auf TRL 5 (Validierung in relevanter Umgebung) an.
| Kennzahl | Zielwert |
|---|---|
| Prozessgeschwindigkeit | mindestens 1 m/min |
| Durchmesseränderung | bis zu 20 % |
| Fehlerreduktion | mindestens 20 % |
| Energieeinsparung | mindestens 10 % |
| Schmierstoffeinsatz | 0 |
| Werkzeugwechsel | 0 |
| Technologiereifegrad | TRL 2 → TRL 5 |
Laufzeit
November 2025 bis Oktober 2027
Koordination
KIESELSTEIN International GmbH
Fördermittelgeber
SAB, Förderkennzeichen 100782694
Projektpartner