Projekt AutoWert
Die geplanten neuen EU‑Vorschriften zur Kreislaufwirtschaft im Automobilsektor setzen klare Ziele: Ab 2030 sollen höhere Recyclingquoten für wertvolle Rohstoffe wie Kobalt, Lithium und die sogenannten »Seltenen Erden« erreicht werden. Diese Materialien finden sich nicht nur in Batterien von Elektrofahrzeugen, sondern auch in zahlreichen weiteren Fahrzeugkomponenten. Um die Vorgaben zu erfüllen, müssen Automobilkomponenten gezielt für eine spätere Wiederverwertung vorbereitet werden. Mit einer starken Pkw‑Zulieferindustrie und einem zentralen Akteur in der professionellen Altfahrzeugverwertung ist Sachsen dafür hervorragend positioniert, eine Schlüsselrolle in der automobilen Kreislaufwirtschaft zu übernehmen.
Ein zentrales Element dieser Transformation ist der »Digitale Produktpass«. Er ermöglicht es, das ökologische und ökonomische Potenzial von Fahrzeugkomponenten digital zu erfassen und über den gesamten Lebenszyklus hinweg verfügbar zu machen. Auf dieser Basis können Altfahrzeuge gezielt demontiert und wertvolle Materialien wie Aluminium, Stahl und Kunststoffe qualifiziert in den Produktionskreislauf zurückgeführt werden.
Vor dem Hintergrund der stark steigenden Nachfrage nach strategischen Rohstoffen – insbesondere durch die Elektrifizierung des Antriebsstrangs – setzt das Projekt »AutoWert« auf innovative Technologien zur Steigerung der Recycling- und Verwertungsquoten. Ziel ist es, einen messbaren Beitrag zur Kreislaufwirtschaft im Automobilsektor zu leisten.
Das Vorhaben verfolgt dafür zwei komplementäre Forschungsansätze, die unterschiedliche Verwertungsstufen adressieren:
Das Fraunhofer IWU setzt einen Schwerpunkt auf vorgelagerte, hochautomatisierte Prozesse der Bauteilbefundung und Stoffstromvorbereitung. Im Fokus stehen Verfahren zur automatisierten Zustands- und Materialerkennung von Fahrzeugkomponenten für das Gebrauchtteilegeschäft sowie KI‑gestützte Bildauswertung zur Identifikation geeigneter Ansatzpunkte für eine robuste, »grobe« Demontage. Ziel ist es, Altfahrzeuge frühzeitig und effizient in Hauptstoffklassen wie Stahl, Aluminium, Glas und Kunststoffe zu separieren. Diese Form der teilautomatisierten Vorzerlegung schafft die Voraussetzung für ein wirtschaftliches Vorsortieren großer Volumen und eine nachgelagerte, hochwertige rohstoffliche Verwertung.
Das Projektkonsortium aus Industriepartnern und Fraunhofer‑Instituten will die Verwertung hochwertiger Fahrzeugkomponenten technisch und wirtschaftlich weiterentwickeln. Durch eine ressourcenorientierte, teilautomatisierte Demontage können künftig Materialien wie Kupfer und Magnete effizient gewonnen und mit höheren Margen vermarktet werden. Das bestehende Ersatzteilegeschäft des Konsortialführers LRP wird dabei nicht ersetzt, sondern durch neue Technologien gezielt ergänzt.
Laufzeit
Januar 2026 bis Juni 2028
Fördermittelgeber
SAB
Projektpartner