Pultrusion - Dem Leichtbau ein Profil geben

Gemeinsam an einem Strang ziehen – das ist nicht nur ein Ansatz, sondern unsere Leidenschaft

Endlosfaserverstärkte Kunststoffprofile können mit dem Pultrusionsverfahren, auch Strangziehverfahren genannt, effizient und wirtschaftlich hergestellt werden. Ausgehend von trockenen Fasern oder textilen Halbzeugen werden diese im nächsten Prozessschritt mit einem Matrixsystem imprägniert, das dann in einer beheizten Form zu einem festen Profil aushärtet. Dank ihrer maßgeschneiderten Verstärkungsstruktur können sie hohen Belastungen standhalten. Gleichzeitig sind sie sehr leicht und haben daher ein enormes Potenzial für den Leichtbau.

Neben der Produktion von geraden Profilen können am Fraunhofer IWU auch konstant gekrümmte Strukturen hergestellt werden. Dabei lassen sich unterschiedliche Querschnittsgeometrien realisieren – vom Vollprofil bis hin zu komplexen Mehrkammer-Hohlstrukturen. Durch den kontinuierlichen Prozessablauf und die hohen Abzugsgeschwindigkeiten von bis zu 2.500 Millimetern pro Minute ist das Verfahren sehr wirtschaftlich und prädestiniert für die Mittel- und Großserienfertigung.

Unser Leistungsangebot

Über 10 Jahre Erfahrung und ein großes Netzwerk entlang der gesamten Prozesskette sprechen aus unserer Sicht für überzeugende Leistungen. Mit unserem Equipment von der serientauglichen Pultrusionsanlage bis hin zu verschiedenen Systemergänzungen (z. B. Einspritzanlagen, Fasertemperierung, etc.) und Analysetechnik sind wir auf Ihre Anforderungen eingestellt. Lassen Sie uns gemeinsam mit hochqualifizierten Entwicklungsexperten Ihre Ziele von der Idee bis zur Realisierung und Prüfung erreichen. Mit unserem Leistungsspektrum decken wir bereits heute alles von der klassischen Pultrusion aus dem Harzbad bis hin zur Herstellung nachhaltiger thermoplastischer Profile ab. Sprechen Sie uns an und lassen Sie uns Ihre individuelle Lösung entwickeln.

  • Profilauslegung
  • Strukturtechnik und Bauteilsimulation
  • Simulation des Imprägnier- und Aushärteprozesses und des daraus resultierenden Verzugs
  • Werkzeugauslegung und Konstruktion
  • Entwicklung und Auslegung von Injektionswerkzeugen und Imprägnierstrategien
  • Prozessentwicklung und Profilrealisierung (auf eigener Serienanlage)
  • Bauteilabmusterung
  • Qualitätsüberwachung inkl. Inspektion und Prüfung
  • Schulung und Qualifizierung

Referenzprojekte

  • Simulation eröffnet neue Wege zur effizienten und robusten Auslegung von Pultrusionsprozessen. Von der Faserzuführung über die Imprägnierung bis hin zu Aushärtung und Verzug schafft sie Transparenz, reduziert Trial-and-Error und verkürzt Entwicklungszeiten. Als Fraunhofer IWU begleiten wir Sie dabei mit fundierter Simulationsexpertise und langjähriger Prozesserfahrung.

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  • Im Projekt sollen die Technologien »Hanfbastfaserbandentwicklung« und »Pultrusion mit biobasierten Werkstoffen« zu einer innovativen, nachhaltigen Fertigungsroute qualifiziert werden. Damit soll es gelingen, zukünftig Profilstrukturen zu 100 % aus nachwachsenden, regional verfügbaren Grundstoffen herzustellen.

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  • Im Projekt Hybrid-Switch entwickelte das Fraunhofer IWU gemeinsam mit Partnern automatisierte Fertigungsprozesse für hybride Leichtbaustrukturen aus Metall und Faser-Kunststoff-Verbunden. Die innovative Hybrid-Pultrusion ermöglicht stoffschlüssige Verbindungen ohne zusätzliche Fügeschritte – wirtschaftlich, robust und ideal für den Einsatz in Automobil-, Nutzfahrzeug- und Schiffbau.

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  • Mit dem Moving‑Mould‑Verfahren ermöglicht das Fraunhofer IWU die kontinuierliche Fertigung von Voll‑ und Hohlprofilen mit konstantem Radius – bei hoher Wirtschaftlichkeit, minimalem Ausschuss und Faseranteilen bis zu 70 %.

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  • Im Projekt PulPro‑SMC wird eine neuartige Pultrusionstechnologie für den Schienenfahrzeugbau entwickelt. Durch die Kombination von Pultrusion, TowPreg und SMC sowie eine gezielte Gradierung entstehen hochfeste Knotenstrukturen – ganz ohne Klebstoffe – für mehr Zuladung, weniger Energieverbrauch und eine wirtschaftliche Serienfertigung.

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  • Das Projekt FiberEUse verfolgte das Ziel, das Recycling von Kompositmaterialien weiterzuentwickeln und wirtschaftlich attraktiv zu gestalten. Hierzu wurden verschiedene Innovationspfade gebündelt, um recycelte Materialien in neue, teilweise branchenübergreifende Wertschöpfungsketten zu integrieren. Als Ergebnis entstand ein Technologiedemonstrator, der das Konzept einer wiederverwertbaren Fahrzeugplattform mit integrierter Sitzstruktur veranschaulicht.

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  • Im IGF-Projekt RALPH »Reaktivbeschichtete Aluminiumbleche in thermoplastisch pultrudierten Hybridlaminaten für Crashstrukturen« entwickeln wir gemeinsam mit zwei Forschungspartnern eine innovative, hocheffiziente Pultrusions-Fertigungsroute zur Herstellung endkonturnaher hybrider Bauteile im großserientauglichen Maßstab. Dabei wird das Hybridlaminat von den Werkstoffen Glasfaser, Polyamid 6 sowie Aluminium gebildet.

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  • Das Projekt KOPRA hat sich die Steigerung der Attraktivität und Wirtschaftlichkeit der für den Ofenbau hochinteressanten C/C-Verbundwerkstoffe zum Ziel gemacht. Unter Verwendung des Pultrusionsverfahrens entstehen kohlenstofffaserverstärkte Phenolharz-Profile, die anschließend in C/C- und C/C-SiC-Verbundwerkstoffe überführt werden. Mit einem Chargiergestell-Demonstrator sollen die Vorteile der neuen Fertigungsroute aufgezeigt werden.

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  • Im europäischen Forschungsprojekt OPTIPUL entsteht erstmals eine Pultrusionstechnologie, die Profilstrukturen mit variablem Querschnitt kontinuierlich herstellen kann. Damit adressiert das Projekt eine zentrale Herausforderung moderner Leichtbaustrukturen: Bisher erlaubte die Pultrusion nur konstante Geometrien – ein wesentlicher Limitierungsfaktor für effiziente Bauteile und maßgeschneiderte Materialausnutzung.

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  • Im Forschungsprojekt FunPul wurde gezeigt, wie sich das Pultrusionsverfahren erweitern und nutzen lässt, um sensorische und mechanische Funktionsintegration sowie multiaxiale Faserverstärkungen für hochkomplexe Leichtbaustrukturen wirtschaftlich herzustellen.

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Ausstattung

Prozesstechnologie
  • Pultrusionsanlage
  • max. Abzugskraft 80 kN
  • max. Abzugsgeschwindigkeit 2,5 m/min
  • max. Profilquerschnitt 300 x 150 mm²
  • 15 einzelne Heizzonen
  • offene Imprägnierung oder Direktinjektion
  • integrierte Temperatur- und Druckmessung
  • Option für Radiuspultrusion
  • Pool auf verschiedenen Versuchsformen
Imprägniertechnik
  • Misch- und Dosieranlagen für Polyurethane, Epoxide (aminbasiert), Caprolactam
  • Schlauchpumpe und Drucktopf
  • Extruder
  • verschiedene Harzbäder
Faseraufbereitung
  • Gatter für Außenabzug (300 Wickelstellen)
  • Gatter für Innenabzug (500 Wickelstellen)
  • Gestelle für Halbzeuge (48 Wickelstellen, Mehrfachbeladung)
  • Rollenschneider für Textilveredelung
  • Faservorwärmungsanlage
  • Wickelmaschine
Analysetechnik (Auswahl)
  • Rheometer & DMA (MCR 702 MultiDrive von AntonPaar)
  • DSC inkl. UV-Modul (300 Caliris® Supreme von Netzsch)
  • DEA (288 Ionic von Netzsch)
  • Geltimer® (PST-1 von Gel Instrumente)
  • Mikroskop (VHX 5000 von Keyence)
  • Temperaturmessung
  • Druckmessung
  • Feuchtemessung
  • Analyseskalen

Veröffentlichungen zum Thema