Patientenspezifisches System für die Tiefenhirnsimulation

Zielbranchen

Gesundheits- und Medizintechnik

Problemstellung

Als Stereotaxie bezeichnet man ein neurochirurgisches Verfahren, bei dem ein vor der Operation geplanter Zielpunkt während der eigentlichen Operation mit einem chirurgischen Instrument oder Elektroden erreicht werden soll. Konventionelle stereotaktische Rahmen, die als Zielvorrichtung dienen, haben auf Grund ihres hohen Gewichtes von bis zu 2.000 g und einer Vielzahl einzelner Justierungsschritte erhebliche Nachteile im Komfort für Patienten und Chirurgen während einer 5-6 stündigen Operation. Sie sind bei der OP-Planung und der Operation fest mit dem Kopf des Patienten verbunden.

Lösung

Der stereotaktische Rahmen soll als patientenspezifische Halterung im 3D-Druck-Verfahren hergestellt werden. Dabei kommen leichte und hochbelastbare Kunststoffe mit medizinischer Eignung (Biokompatibilität) zum Einsatz. Die Stereotaxievorrichtung incl. Vorschubeinheit soll ein Gewicht von 1.000 g nicht überschreiten. Durch das verringerte Gewicht und die begünstigte bauartbedingte Lastverteilung wirken auf den Patienten, der sich im Wachzustand befindet, geringere mechanische Belastungen.

Die Stereotaxievorrichtung kann unmittelbar für eine Operation verwendet werden. Da bereits alle Raumkoordinaten implementiert sind, entfallen zeitaufwändige Justierungen und Adaptionen. Dadurch wird das Risiko von Ungenauigkeiten und Fehleinstellungen minimiert.
Die Stereotaxievorrichtung und die Vorschubeinheit werden als Einwegprodukt konzipiert, wodurch aufwändige Sterilisation und Lageraufwand entfallen. Zudem kann die Tiefenhirnstimulation bei Patienten mit Creutzfeld-Jacob Erkrankungen und sogenannten Slow-Virus Infections/Prione angewandt werden.

Diese Maßnahme wird mitfinanziert durch Steuermittel auf Grundlage des von den Abgeordneten des Sächsischen Landtags beschlossenen Haushaltes.