Patientenspezifische Hirnbiopsie

Eine neuartige Biopsievorrichtung kann individuell an den jeweiligen Patienten angepasst werden und ist deutlich preiswerter als herkömmliche Systeme.
Eine neuartige Biopsievorrichtung kann individuell an den jeweiligen Patienten angepasst werden und ist deutlich preiswerter als herkömmliche Systeme.

Bei einer Hirnbiopsie wird zur Diagnostik noch unklarer Hirndefekte eine Gewebeprobe entnommen, um diese weiter untersuchen zu können. Dadurch kann festgestellt werden, ob ein Gehirntumor oder eine andersartige Erkrankung vorliegt. Die Gewebeentnahme erfolgt in der Veterinärmedizin vorwiegend mit einer Biopsienadel ohne Führungssystem. Das heißt, ein vor der Operation geplanter Zielpunkt wird freihändig angefahren. Der Erfolg hängt also maßgeblich von der Erfahrung des Operateurs ab. Während die Genauigkeit dieses Vorgehens bei ca. 20 Millimetern liegt, arbeiten teure, konventionelle Biopsiesysteme in der Humanmedizin mit einer Genauigkeit von 2 bis 5 Millimetern.

Im Projekt wurde eine Biopsievorrichtung entwickelt, die individuell an den jeweiligen Patienten angepasst und durch 3D-Druck aus Kunststoff gefertigt werden kann. Der Zielpunkt für die Gewebeentnahme wird vor der Operation im MRT-Scan festgelegt. Auf dieser Grundlage wird anschließend die Vorrichtung konstruiert und aufgebaut. Das Einweginstrument ist im Vergleich zu herkömmlichen Systemen deutlich preiswerter, leichter und arbeitet wesentlich genauer. Die Anwendung ist weniger komplex, da die gesamte Prozesskette von der Bilderfassung bis zum fertigen Produkt optimiert wurde. Der Eingriff kann dadurch auch an weniger spezialisierten Operationszentren durchgeführt werden. Nach erfolgreicher Evaluierung an verschiedenen Hunderassen soll eine Überführung in die Humanmedizin erfolgen.