Forschungsprojekte

Mittelohrprothese - Mikrofertigungsverfahren für die Implantatherstellung

Zielbranchen

Gesundheits- und Medizintechnik

Problemstellung

Die moderne Implantologie stellt höchste Ansprüche an die Produktionstechnik. Prothesen weisen vielfach eine komplexe Geometrie auf, die in hoher Präzision und Oberflächenqualität in schwer zu bearbeitende Werkstoffe wie z. B. Titan prozesssicher und kostengünstig herzustellen ist. Die Miniaturisierung von Implantatkomponenten stellt dabei eine besondere Herausforderung dar.

Lösung

Am Fraunhofer IWU wurde im Rahmen eines vom BMBF geförderten Verbundprojekts in Zusammenarbeit mit der TU Dresden und der NRU Präzisionstechnologie GmbH in Neukirchen ein neuartiges Prothesenkonzept für die Mittelohrchirurgie entwickelt.

Eine wesentliche Komponente der entwickelten Prothese ist der Prothesenschuh. Er besteht aus Titan und wird durch Mikrofräsen hergestellt. Sein Volumen beträgt ca. 1/30 eines Stecknadelkopfes. Die besonderen Ansprüche an die Bearbeitung resultieren aus dem hohen Miniaturisierungsgrad, dem bereits im Makrobereich schwierig zu bearbeitenden Werkstoff Titan und der komplexen und hochpräzisen Geometrie, die eine 5-Achs-Mikrobearbeitung erfordert. Die Herstellung der für die tierexperimentellen Untersuchungen benötigten Implantate erfolgte in Nutzen zu jeweils 40 Stück. Durch die NRU Präzisionstechnologie GmbH wurde ein nachträgliches Oberflächenfinish auf der Basis plasmatechnischer Verfahren durchgeführt.