Individuelles Gelenkoberflächenimplantat intraoperativ modellieren

Defektspezifische osteochondrale Implantate

Die Funktion des Kniegelenks kann durch Beschädigungen des Knorpels und des darunterliegenden Knochens empfindlich beeinträchtigt werden. Fachleute sprechen hierbei von osteochondralen Schäden. Die Rekonstruktion dieser Defekte stellt eine besondere Herausforderung dar, da deren Lage und Größe im Kniegelenk bei jedem Patienten anders sind. Eine 100-prozentig korrekte anatomische Nachbildung ist mit derzeitigen osteochondralen Implantaten nur schwer umsetzbar.

In dem vom Bundeswirtschaftsministerium geförderten ZIM-Projekt »Kinetek-Implantate« aus dem Netzwerk KINETEK haben unsere Wissenschaftler gemeinsam mit dem Projektpartner Zahntechnik Schönberg ein intraoperatives Herstellungsverfahren für einen defektspezifischen Gelenkoberflächenersatz untersucht. Damit soll die Anpassung der Implantate an die lokale Gelenkoberfläche verbessert werden.

Das Zweikomponentenimplantat besteht aus einer generativ gefertigten porösen Titangrundplatte, welche die spätere Verankerung im Knochen sicherstellen soll, und einer individuell gefertigten Polymergleitfläche. Angelehnt an Verfahren aus der Zahntechnik wird die Gleitfläche während einer Operation modelliert sowie mittels Spritzgusstechnik hergestellt und dabei mit der Titangrundplatte verbunden. Durch die intraoperative Implantatherstellung kann eine Zweit-OP vermieden werden. Die Herstellung der defektspezifischen Implantate wird demnächst durch einen klinischen Partner aus dem Veterinärbereich evaluiert.