Der anpassungsfähige OP-Sauger

© IWP/Fraunhofer IWU
Ein flexibler OP-Sauger erleichtert die Entfernung eines Hirntumors über die Nase.

Müssen Operationen über die Nasengänge durchgeführt werden, ist es für die Ärzte bisher schwierig, Knochen und Weichteile des Patienten zu schonen. Das ist bspw. bei Tumorentfernungen der Fall, denn der Operateur arbeitet hier mit starren Werkzeugen. Schonender können solche Eingriffe zukünftig mit dem Reflex-OP-Sauger vorgenommen werden. Er kombiniert ergonomisches Design mit flexibler Funktionalität und bringt damit eine neue Vielseitigkeit in die Medizintechnik. Entwickelt wurde das Gerät von den Wissenschaftlern des Fraunhofer IWU sowie der Universitätsklinik Pittsburgh. Das Material ist eine Formgedächtnislegierung, die aus Nickeltitan besteht. Der Sauger kann sich somit bspw. bei Aktivierung durch Wärme an eine eingeprägte Form »erinnern«.

Nach einem chirurgischen Einsatz wird der OP-Sauger sterilisiert und gleichzeitig durch konstanten Wärmeeinsatz von mindestens 100 Grad Celsius in seine Ursprungsform zurückversetzt. Bereits wenige Sekunden reichen aus, um die thermische Formgedächtnislegierung wieder in eine gerade Ausgangsposition zu überführen. Durch die Flexibilität des neuen Werkstoffs eröffnen sich gerade in der Medizintechnik neue Möglichkeiten. So stellt der Reflex-OP-Sauger für die Neuro- und Schädelbasis-Chirurgie eine Bereicherung dar. Die Neuentwicklung bietet die Möglichkeit der individuellen Anpassung an die anatomischen Eigenheiten des einzelnen Patienten. Der Sauger wird vor Ort auf die entsprechenden Gegebenheiten eingestellt. Mit dem Einsatz des flexiblen Formgedächtnisrohrs kann der Operateur nun anatomische Hindernisse umgehen. Der Reflex-OP-Sauger ermöglicht zudem ein minimalinvasives Operieren sowie eine ermüdungsfreie Handhabung durch ergonomisches Design. Außerdem ersetzt er mehrere starre Sauger mit verschiedenen Formen.