Forschungsprojekt

»Lebendige« Strukturen: Neue Qualitäten in der Objekt-Mensch-Interaktion

Ausgangszustand 2D (oben) und zweiter Zustand 3D-Mulde (unten)

Neue Technologien verleihen Produkten immer mehr Eigenschaften. Sie entwickeln sich zu »Lebewesen«, die ihre Umwelt wahrnehmen, selbstständig handeln können und nach neuen Formen der Interaktion mit dem Menschen verlangen.

Ein Beispiel dafür ist eine drei Millimeter dünne Kunststofffläche. Unsere Entwicklung passt sich durch geometrische Transformation an verändernde Bedürfnisse ihrer Umwelt an und kann mit dem Nutzer interagieren. Nähert sich ein Objekt, verformt sich die zweidimensionale Fläche reversibel in eine dreidimensionale Mulde mit einer Tiefe von 35 Millimetern. Die Folie kann eine Beladung erkennen und durch rhythmische Formveränderung auf den unerwünschten Verbleib von Inhalt aufmerksam machen. Möglich wird dies durch die Integration von sensorischen und aktorischen Komponenten und elektronischer Reglungstechnik in die Materialebene sowie durch ein innovatives Faltprinzip, inspiriert durch die Funktionsweise der fleischfressenden Wasserpflanze Aldrovanda vesiculosa.

Mögliche Anwendungsgebiete von »Smart Structures« sind individuelle ergonomische Anpassungen von Gegenständen sowie variable Nutzungsmöglichkeiten und veränderbare ästhetische Qualitäten von Oberflächen, z. B. veränderbare Raumakustik, situativ optimale Aerodynamik, Erhöhung von Komfort und Flexibilisierung im Fahrzeug sowie visuelle, sensitive Objekt-Mensch-Schnittstellen.