3D-gedruckte Verschlusskappen für Sterilisationsflaschen

Welcher Bedarf besteht?

In ganz Deutschland wurde Sterilisationsmittel Mangelware, ist aber zur Verhinderung einer weiteren Ausbreitung des neuartigen Corona-Virus unerlässlich. Die Apotheke der Universitätsklinik Leipzig begann daher mit der eigenen Herstellung von Sterilisationsmittel und sammelte die bereits in der Klinik verwendeten Sterilisationsflaschen zur erneuten Befüllung ein. Da diese Flaschen aufgrund der Verwendung in Handspendern ohne Deckel waren, bestand die Zielstellung in der Konstruktion und Fertigung 3D-gedruckter Verschlusskappen innerhalb von 24 Stunden.

Wie wurde das Problem gelöst?

Im ersten Schritt wurde eine originale Verschlusskappe mit einem Computertomograph in der Radiologie gescannt. Das daraus resultierende virtuelle Modell diente als Vorlage, um es mittels Software für Computer-Aided Design (CAD) zu optimieren. Danach wurden mit einem 3D-Drucker die Verschlusskappen aus einem biokompatiblen und dampfsterilisierbaren Kunststoff gefertigt. Vor dem Einsatz wurden die Kappen zusätzlich in der Zentralsterilisation der Universitätsklinik Leipzig gereinigt und dampfsterilisiert.

Was steht jetzt konkret zur Verfügung?

Es wurden einsatzfähige 3D-gedruckte Verschlusskappen für dringend benötigte Sterilisationsflaschen gefertigt. Innerhalb von vier Tagen konnten bereits 440 Verschlusskappen an die Apotheke der Universitätsklinik Leipzig übergeben werden.

Wo und wie lässt sich die Lösung einsetzen?

Die Apotheke der Universitätsklinik Leipzig kann das in Eigenregie hergestellte Sterilisationsmittel in bereits vorhandene Sterilisationsflaschen abfüllen und mit den Verschlusskappen sicher verschließen. Dadurch konnte das Sterilisationsmittel schnell in der Klinik verteilt werden, um eine ausreichende Sterilisation sicherzustellen.

Es handelt sich aktuell noch nicht um ein zertifiziertes Medizinprodukt.

Wer sind die Ansprechpartner?

  • Technischer Ansprechpartner: Dr. Ronny Grunert, Fraunhofer IWU, Universität Leipzig  
  • Klinischer Ansprechpartner: Prof. Dr. med. Dirk Winkler, stv. Direktor der Klinik und Poliklinik für Neurochirurgie der Universitätsklinik Leipzig, Telefon: 0341 9717510, E-Mail: dirk.winkler@medizin.uni-leipzig.de

Wer hat die Entwicklung als Partner unterstützt?

  • Kooperationspartner: Forschungsgruppe „Next3D" von der Medizinischen Fakultät der Universität Leipzig, Universitätsklinik Leipzig (Beitrag auf Instagram) sowie Westsächsische Hochschule Zwickau
  • Netzwerk Biosaxony

Wem gilt besonderer Dank?
Die Verbrauchsmaterialien für den 3D-Druck wurden durch die Universität Leipzig gestellt.