3D-gedruckte Einzelteile für Gesichtsschutzschilde

Welcher Bedarf besteht?

In der gegenwärtigen Pandemie muss vielerorts improvisiert werden, da übliche Einkaufswege mitunter unzuverlässig, die Warenquellen bisweilen gar versiegt sind. Das betrifft auch Schutzvisiere/Gesichtsschutzschilde für den Kontakt mit Verdachtsfällen und Erkrankten.

Wie wurde das Problem gelöst?

Veranlasst durch eine konkrete Bitte der Johanniter-Unfall-Hilfe e.V. rief das 3D-Druck-Netzwerk »Mobility goes Additive« über seine Medizinsparte »MGA Medical« im Rahmen der Initiative »3D Printing Fights Corona« Mitglieder und viele weitere 3D-Druck-Unternehmen und -Forschungseinrichtungen dazu auf, mit vorhandener Technik Ersatzprodukte herzustellen und zu spenden. ​Nahezu 50 verschiedene Institutionen reagierten – darunter auch die Fraunhofer-Allianz GENERATIV. Konkret waren das die Fraunhofer-Institute EMI, IAPT, IGCV, IPA, IPT und IWU. Insgesamt trug das Netzwerk in einem ersten Schritt rund 5000 Gesichtsschilde zusammen.

Was steht jetzt konkret zur Verfügung?

Fraunhofer hat über die Allianz GENERATIV für mehr als 550 Schilde zum Schutz vor Tröpfcheninfektionen 3D-gedruckte Einzelteile beigesteuert: Kopf- bzw. Visierhalterungen und Visierkrümmer, die bei »MGA Medical« mittels Gummibändern und Klarsichtfolien zu einsatzfähigen Schilden komplettiert wurden. Zur Herstellung eingesetzt wurden verschiedene additive Fertigungsverfahren und Ausgangsmaterialien: Filament-3D-Druck mit Polyethylenterephthalat (PET), thermoplastisch robustes Acrylnitril-Butadien-Styrol (ABS) oder Polylactide mit regenerativen Anteilen sowie Polyamid (Nylon). Ebenfalls aus Polyamid wurden zahlreiche weitere Visierhalter mittels selektiven Lasersinterns hergestellt.

Wo und wie lässt sich die Lösung einsetzen?

Die Johanniter-Unfall-Hilfe verwendet die Schutzschilde für innerbetriebliche Schulungen. Damit sollen die Mitarbeitenden, die täglich Pflege leisten, geschützt und adäquat auf die besonderen Versorgungsumstände während der Corona-Pandemie vorbereitet werden. Die Johanniter-Unfall-Hilfe ist in knapp 300 Regional-, Kreis- und Ortsverbänden im gesamten Bundesgebiet aktiv und damit ein wichtiger Infrastrukturbestandteil des nationalen Gesundheitssystems.

Wer hat die Entwicklung als Partner unterstützt?

Die Fraunhofer-Allianz GENERATIV ist Mitglied bei »MGA Medical« im 3D-Druck-Netzwerk »Mobility goes Additive«. Eine Übersicht aller Spender der 5000 Gesichtsschutzschilde findet sich hier.

Wer sind die Ansprechpartner?

Bei Fragen steht Ihnen Herr Dr.-Ing. Bernhard Müller, Sprecher der Fraunhofer-Allianz GENERATIV, gern zur Verfügung. Die Fraunhofer-Allianz Generative Fertigung (Fraunhofer GENERATIV) integriert deutschlandweit zwanzig Fraunhofer-Institute, die sich – fokussiert auf unterschiedliche Schwerpunkte – mit der Thematik der additiven Fertigung befassen und bildet damit die gesamte Prozesskette des industriellen 3D-Drucks ab. Dies umfasst die Entwicklung, Anwendung und Umsetzung additiver Fertigungsverfahren und Prozesse sowie die dazugehörigen Materialien.