3D-gedruckte Atemschutzmasken mit wechselbarem Filter

Welcher Bedarf besteht?

Die Versorgungslage für professionelle Schutzmasken ist gegenwärtig sehr angespannt. Insbesondere Pflegepersonal, Ärzte und Rettungssanitäts-Dienste sind auf virendichte Masken vom Typ FFP2 und FFP3 dringend angewiesen.

Wie wurde das Problem gelöst?

Am Fraunhofer-Kunststoffzentrum Oberlausitz in Zittau wurde eine wiederverwendbare Atemschutzmaske entwickelt und per additiver Fertigung mittels eines selektiven Lasersinterprozesses aus Polyamid gefertigt. Aktuell können wöchentlich ca. 150 bis 200 Masken hergestellt werden. Für deutlich höhere Stückzahlen arbeiten die Fraunhofer-Forscherinnen und -Forscher an einer Spritzgussvariante der Atemschutzmasken.

Was steht jetzt konkret zur Verfügung?

Additiv hergestellte Atemschutzmasken mit wechselbarem Filter, die nicht nur hautverträglich und zugleich beständig gegen Desinfektionsmittel sind, sondern auch wiederverwendbar. Gegenüber den üblichen FFP-Einwegmasken wird nur das Filtervlies getauscht. Damit der Filter durch die Atemluft nicht schnell durchfeuchtet und somit an Wirkung verliert, ist in der Maske ein Ausatemventil integriert. Das Vlies hat die gleiche Filterwirkung für kleine Partikel (< 0,3 µm) wie FFP3-Halbmasken.

Wo und wie lässt sich die Lösung einsetzen?

Die 3D-gedruckten Schutzmasken werden im Krankenhaus Zittau sowie beim Johanniter-Pflegedienst in Zittau auf ihre Praxistauglichkeit geprüft und später ggf. eingesetzt. Auch der Regionalverband der Feuerwehren soll mit Schutzmasken ausgestattet werden. Ziel ist insbesondere, den Bedarf im Dreiländereck zu decken. Die Atemschutzmasken können zum Selbstschutz überall dort eingesetzt werden, wo das medizinisch geboten ist.

Es handelt sich aktuell noch nicht um ein zertifiziertes Medizinprodukt. Für die Spritzgussvariante ist das Durchlaufen des Zulassungsverfahrens geplant.  

Wer hat die Entwicklung als Partner unterstützt?

  • Entwickler des Filter-Vlieses: Sächsisches Textilforschungsinstitut STFI Chemnitz

Wer sind die Ansprechpartner?

Bei Fragen steht Ihnen Herr Prof. Dr. Sebastian Scholz sehr gern zur Verfügung.