Wissenschaft, Kunst und Design

Wie kann Wissenschaft durch Kunst und Design inspiriert werden – und umgekehrt? Was haben Forschende, Kunst- und Designschaffende gemeinsam? Wie können sie in einen schöpferischen Dialog treten und Seite an Seite zu übergreifenden Themen Stellung beziehen?

Mit diesen und anderen Fragen beschäftigt sich das Fraunhofer-Netzwerk »Wissenschaft, Kunst und Design«, das mit seiner Arbeit den interdisziplinären Diskurs zwischen angewandter Forschung, Kunst und Design fördern möchte. Auch das Fraunhofer IWU gehört dem Netzwerk an und bringt sich auf unterschiedlichste Weise in den Bereichen Kunst und Design mit ein.

 

Kunst und Design können zum Verständnis neuer Technologien und ihres Potentials für Wirtschaft und Gesellschaft beitragen, indem sie anschaulich und verständlich, manchmal auch spielerisch, komplexe Inhalte transportieren. 

»Karussell der Sinne« – Sinneserleben mittels Augmented Reality

Artist in Lab (2022)

© Christiane Wittig
Schemenhafte Konzeptskizze des »Karussells der Sinne«

Was passiert mit unseren Sinnen, wenn die reale und die virtuelle Welt miteinander verschmelzen und welche Auswirkungen hat das auf unser Sinnenleben? Zwei unterschiedliche Welten, die der Kunst und die der Wissenschaft, treffen aufeinander. Die Künstlerin Christiane Wittig hat den Drang, neue Technologien und Materialien einzusetzen und zu kombinieren, um auf Prozesse zu treffen, die für sie Antworten und Gedanken auf die Fragen des Lebens hervorrufen. Immer auf der Suche nach dem Erfahren und dem Austausch von Poesie im Vehikel der maschinellen Konstruktionen. Das Ziel ist ein lebensgroßes, interaktives, selbstlernendes »Karussell der Sinne«, das mehr Sinnlichkeit in die Technologien einbringen soll.

Das Sinnenleben, das in uns wohnt, möchte die Künstlerin in der interaktiven Raumskulptur »Karussell der Sinne« – Metaxy hervorbringen, herausfiltern und mit den gewählten Technologien AR und Robotik durch Sinnesobjekte sichtbar werden lassen.

 

Dieses gemeinsame Kunstprojekt von Christiane Wittig, Fraunhofer IWU und TU Chemnitz wird erstmalig vom 5. bis 8. Juli 2023 in München ausgestellt.

 

Design Lab

Design als integralen Bestandteil in Forschung und Entwicklung etablieren

Design für die Forschungsarbeit bei Fraunhofer gewinnt an Bedeutung. Daher gründeten stellvertretend die drei Dresdner Fraunhofer-Institute IVI, IWS und IWU gemeinsam mit der Technischen Universität Dresden das »DesignLab for Applied Research«.
© Fraunhofer IVI
Design für die Forschungsarbeit bei Fraunhofer gewinnt an Bedeutung. Daher gründeten stellvertretend die drei Dresdner Fraunhofer-Institute IVI, IWS und IWU gemeinsam mit der Technischen Universität Dresden das »DesignLab for Applied Research«.

In seinen unterschiedlichen Disziplinen und Ausprägungen gewinnt Design für die Forschungsarbeit bei Fraunhofer zunehmend an Bedeutung. Um diesen Trend zu unterstützen, gründeten stellvertretend für die Forschungsgesellschaft die drei Fraunhofer-Institute IVI, IWS und IWU gemeinsam mit der Technischen Universität Dresden das »DesignLab for Applied Research«. Dieses soll Designforschung mit allen Fraunhofer-Instituten national – und perspektivisch international – erbringen.

Das DesignLab wurde am 8. März 2023 offiziell eröffnet.

DESIGN LAB

»biobased footwear« – Modulierte Fußbekleidung auf Biobasis

Designer in Lab (2021)

© clobber bang
biobased footwear

Das Designstudio clobber bang untersuchte in Kollaboration mit dem Fraunhofer IWU Dresden neue Anwendungsgebiete für biobasierte Werkstoffe und entwickelte entsprechende Lösungsvorschläge auf Produktebene.

Im Projekt »biobased footwear« entstand biobasierte Fußbekleidung mit dem Schwerpunkt auf der Entwicklung innovativer, ökologisch verträglichen Laufsohlen und Fußbetten. Kontemporäre Fußbekleidung wird insbesondere im Sohlenbereich vorwiegend aus klassischen Kompositen auf Erdölbasis hergestellt. Der Feinstaubabrieb von Kunststoffsohlen, die unzureichende Trennbarkeit der genannten Komposite und die unterschiedliche Lebensdauer der in einem Schuh verbauten etablierten Materialien waren Schüsselaspekte, mit denen sich das Dasingstudio gestalterisch und technologiebasiert auseinandersetzte. Das resultierende Schuhwerk ist als anwendungsspezifischer Prototyp zu verstehen, der die grundsätzliche Eignung von biobasierten Materialien in diesem Bereich nicht nur für Forschung, sondern auch praxisnah für die Industrie diskutiert und gestalterisch, ästhetisch wie technologisch hin zu einer innovativen Anwendbarkeit und Weiterentwicklung in industriellem Maßstab vorschlägt. 

FÖNIKUS – Das FGL-Kunstwerk

Smart Materials meet art (2018)

© Abgebildetes Objekt: Beate Eismann / Foto: Sascha Linke
FÖNIKUS

Bei »FÖNIKUS« handelt es sich um eine künstlerische Annäherung an thermische Formgedächtnislegierungen. Die Schmuckgestalterin Beate Eismann entwickelte das metallische Wesen mit poetischer Ausstrahlung im Rahmen eines Künstlerstipendiums des Innovationsnetzwerks smart³ in Zusammenarbeit mit den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern des Fraunhofer IWU.

Thermische Formgedächtnislegierungen, sogenannte Smart Materials, können sich durch Erwärmung wieder an ihre ursprüngliche geometrische Form »erinnern« und diese erneut einnehmen. Smart Materials ermöglichen völlig neue Produkte, die den Ansprüchen an Funktionalität, Bezahlbarkeit, Zuverlässigkeit und Nachhaltigkeit in einem bisher nicht erreichten Maß gerecht werden.

 

Video »FÖNIKUS – smart Art«